Ulstertalschule / Hilders

Vier Tage England pur 

Die Klassen 8 der Ulstertalschule auf Sprachreise in York

26.-30. März 2017

Trotz Zeitumstellung und somit einer Stunde weniger Schlaf konnte Busfahrer Mario (Firma Stumpf) am Sonntag, 26. März 2017, 35 Schüler und Schülerinnen der Klassen 8a und 8b mitsamt ihren drei begleitenden Lehrkräften, Frau Kluge-Hohmann, Frau Schmitt und Herr Manns, an der Bushaltestelle der Ulstertalschule begrüßen.

Die Vorfreude auf vier Tage Sprachreise war deutlich zu spüren, als der Bus sich in Gang setzte: Nach einer kurzen Ruhepause wurden randvolle Frühstücksboxen herumgereicht und lauthals Lieder angestimmt. Doch was sollte die nächsten Stunden eigentlich auf uns alle zukommen? Wo fuhren wir lang und wie war unsere Fähre beschaffen? Dazu hatte Herr Manns einige Informationen in einem interaktiven Quiz verpackt, bei dem wir u.a. erfuhren, dass unsere Fähre der Firma P&O Ferries bis zu 400 Lkw (!) transportieren kann, was mit einem erstaunten Raunen quittiert wurde. Nach der Mittagspause kurz vor der Grenze verteilte die Organisatorin und hauptverantwortliche Planerin, Frau Kluge-Hohmann, zur Freude aller Businsassen Gummibärchen und -einhörner. Dies sollte uns die 30-minütige Fahrt durch das beeindruckende Hafengebiet Rotterdams weiter versüßen, wo wir gegen 15 Uhr unsere Fähre erreichten. Nach der Passkontrolle, dem Aushändigen der boarding cards und dem Beziehen der Kabinen war es nun endlich soweit: 12 Decks inklusive Shoppingstores, Theater und zahlreichen Bars wollten von 35 abenteuerlustigen Achtklässlern erkundet werden, bevor wir uns um 18.30 Uhr am reichhaltigen Dinnerbuffet stärken konnten, um dann live das Ausschiffen der Fähre vom Sonnendeck aus beobachten zu können. Das leichte Schaukeln der Fähre trug sicherlich zu der schnellen Bettruhe, jedoch auch zu einem kurzen, glücklicherweise glimpflich verlaufenden Aufenthalt einer Schülerin auf der Krankenstation bei. Auf diesen Schreck kam das Frühstücksbuffet am Morgen ganz recht, als wir schließlich schon in Hull, UK anlegten. Dort bestiegen wir wieder unseren Bus, der uns noch einige Zeit bei vorbereitenden Shopping- und Lunchtipps von Frau Kluge-Hohmann durch die englische Provinz fuhr, bevor wir endlich am frühen Vormittag unser Youth Hostel in York erreichten. Bei einer anschließenden Stadtrallye zur Orientierung konnten die Jugendlichen, ausgestattet mit einem Stadtplan, dann direkt auf diese schier überlebenswichtigen Tipps zurückgreifen und erste Sprachkontakte während der Erkundung der Umgebung und der Nahrungssuche bei herrlichem Sonnenschein erleben, die offensichtlich erfolgreich verlief. Größtenteils satt und zufrieden machten wir uns per Bus auf zu unserem ersten offiziellen Programmpunkt, der “Ghost-Tour“ mit englischsprachigem guide. In authentischem Outfit überbrachte er uns die unterschiedlichsten Geister- und Spuklegenden, die sich um die traditionsreiche Stadt York ranken. Der größte Gruselfaktor setzte ein, als – passend zur Geschichte, die sich gerade um eine Flaschenpost drehte – tatsächlich eine Glasflasche im Fluss parallel zu uns vorbeischwamm… Erlebnispädagogik pur! J Nach Fish’n‘Chips, einem romantisch angehauchten Fußmarsch nach Hause sowie einer Billard-Einlage mit Herrn Manns neigte sich unser erster Tag in York dem Ende zu. Müde und voller Eindrücke wurde es gegen 22 Uhr dann langsam still in den Zimmern der Jugendherberge.

Mit einem typisch englischen Frühstück, bestehend aus baked beans, sausages and toast, starteten wir nach einer erholsamen Nacht in den Dienstagvormittag, der nach einem Gruppenfoto im Park eine interessant gestaltete Führung durch Yorks Minster (Kathedrale) mitsamt Turmbesteigung umfasste. Trotz des bewölkten Himmels und der damit eingeschränkten Sicht lohnte sich der Aufstieg durch die hohen Gesteinstürme, die durch ihre Akustik und Enge bereits ein wahres Erlebnis boten. Nach dem Abstieg blieb Zeit für diverse Shopping-Touren und Mittagessen. Auch heute stand wieder Selbstverpflegung am Speiseplan, an der besonders eine kleine Gruppe von Mädchen der 8b Gefallen fand, die so an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im wohl teuersten italienischen Café am Platz dinierten und dies mit einem entschuldigenden „Die waren doch so nett!“ erklärten. Sprachkontakt gelungen! J Am Nachmittag trafen wir uns zu einem Besuch des DUNGEON, bei welchem wir in Kleingruppen historische Infos zur Geschichte der Stadt in englischer Sprache erfuhren – live und hautnah, im wahrsten Sinne des Wortes: Als das vermeintliche Blut in der nachgestellten Folterkammer spritzte, konnte man so einige hysterische Schreie – und zwar nicht nur die der Mädels – vernehmen. So manch einer gönnte sich danach eine klassische “Tea time!“ mit butter scones und marmelade, bevor der Heimweg entlang des Flusses in Angriff genommen wurde. Um 20 Uhr stand schließlich der Abschluss unseres York-Aufenthaltes an, der die Auflösung der herausfordernden One-Pound-Challenge beinhaltete, die für die Schüler und Schülerinnen in den letzten beiden Tagen darin bestand, einen möglichst typisch englischen Gegenstand für ein Pfund zu ergattern. Präsentation und Siegerehrung fanden so am Dienstagabend im Gruppenraum des Youth Hostels statt, wobei so einige versteckte Werbetalente, z.B. Tizian bei der Vorstellung seiner Leck-Limonade, zum Vorschein kamen. Zahlreiche englische winegums und Schwarztee, jedoch auch seltene Lachs-Brotaufstriche (1. Platz, Marcel), York-Radiergummis (2. Platz, Hanna) und chews (Kaubonbons), die Erinnerungen an diverse Vokabeltests der 5. Klasse wachwerden ließen (3. Platz, Mauritius und Valentina) – die Spannbreite an Produkten war groß! Und nach diesem Abend war auch dem letzten Schüler dank Herr Manns‘ stoischer Verbesserung der Aussprache endlich klar, dass wir uns in Yorkshire (O-Ton: „Jorkscher“, nicht „Jorkscheier“) befinden J

„Auf zum Strand!“ – So klang es Mittwochmorgen nach dem Frühstück. Wir brachen unsere Zelte in York ab und machten uns auf zum Küstenort Filey, nachdem wir einen kurzen Souvenir- und Lunchpaket-Zwischenstopp (rose lemonade, chews und scones!) an Castle Howard eingelegt hatten, wobei die größte Attraktion v.a. in der hügeligen Zufahrtsstraße bestand, die für allgemeine Belustigung und so manches Achterbahn-Feeling im Bus sorgte. Gegen Mittag stand auch schon unser letzter Programmpunkt an: Vogelbeobachtung an den Bempton Cliffs, eine typische und sehr beliebte Freizeitbeschäftigung der Engländer. Bei Wetter, das nun endlich als “very british“ bezeichnet werden könnte, und ausgestattet mit binoculars (Ferngläsern) führten uns engagierte Freiwillige zu den beeindruckenden Kreidefelsen, an denen verschiedene Vogelarten nisten, und informierten uns u.a. über diverse Flügelspannweiten, Lebensräume und Brutverhalten. Durchgefroren, aber um einige Informationen reicher nahmen wir in unserem Bus Platz, der uns schlussendlich zur Fähre nach Hull brachte. Die anschließende Zollabfertigung sorgte noch einmal für Aufregung, als alle Lehrkräfte – plus Lukas – gefilzt wurden J Vollzählig bezogen wir schließlich unsere Kabinen, durften uns erneut an der Auswahl des Dinnerbuffets laben und eine letzte Nacht ohne nennenswerte Zwischenfälle auf dem Wasser verbringen. Lediglich das Zählen bis Vier sollten die Mathematiklehrer noch einmal mit den Klassen 8 durchgehen, da der Aufenthalt in Kleingruppen am Schiff nicht immer recht zu klappen schien… Dass am Morgen ein Mädchenzimmer nach dem sehr frühen Frühstück (…so heißt es schließlich auch) sich erneut ein kleines Schläfchen gönnte und von Frau Schmitt lauthals klopfend geweckt werden musste, sorgte für einen letzten Lacher der in der Lobby sitzenden Klassenkameraden und Kameradinnen, bevor wir unsere Fähre verließen und die Busfahrt gen Heimat antraten.

Auf diese Weise erreichten wir nach vier Tagen England etwas müde, aber glücklich und um einige (Sprach-)Erfahrungen reicher gegen Nachmittag die Ulstertalschule in Hilders, wo die Schüler und Schülerinnen schon von ihren Eltern in Empfang genommen wurden.

Abschließend soll hier noch einmal ein großes Dankeschön an Frau Kluge-Hohmann ausgesprochen werden, die diese Sprachfahrt mit Herzblut und großem Engagement geplant, organisiert und erfolgreich begleitet hat.

(STT)

Einige Bilder unter http://ulstertal.hilders.schule.hessen.de/chronik/2016/galerie_york/index.html/show_gallery/

| 4. Mai 2017 20:50